Skip to content

Pink Panther und Zschäpes Mär

20. Dezember 2015

Liest man den Ermittlungsbericht der Soko Parkplatz des LKA Baden-Württemberg, so wurden demnach bereits 2009 die infrage kommenden Täter, die wahrscheinlich die aus Oberweißbach (Thüringen) stammende Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 in Heilbronn erschossenen haben, in Serbien festgenommen.

Interessant ist, was ein Zeuge zuvor dem LKA mitteilte. Zitat aus der Akte – Spur 3735 (Komplex Amigo) Seite 232 (Name wurden von mir ausgelassen): „Nach erfolgter Zusicherung der Vertraulichkeit und Genehmigung für den geplanten VP-Einsatz berichtete die VP über Erkenntnisse zu der international agierenden Tätergruppe „Pink Panther“, die in verschiedenen Deliktsbereichen, jedoch überwiegend im Bereich Juwelierraub, aktiv sei. Diese lose zusammengehörige Gruppierung setzt sich aus Exjugoslawen zusammen. Der Zusammenhang der Bande ergibt sich lediglich darin, dass die Beute an dieselben Hehler verkauft wurde. Über eine dritte Person habe die VP erfahren, dass die Tat in Heilbronn im Zusammenhang mit der Beuteverwertung begangen worden sein soll. Die Täter hätten sich durch die Polizeistreife ertappt – oder beobachtet gefühlt. Die Täter sollen Kontakt zu der Serbin… haben, die ihre Wohnung zumindest teilweise als Unterschlupf zur Verfügung stellte/stellt und aus Gesprächen mit den Tätern von dem Mord wisse. Ein Mitglied / Kontaktperson der Gruppe „Pink Panther“ solle regelmäßig Kontakt zu dieser Frau haben.“

Weiter heißt es (Namen wurden auch hier von mir ausgelassen): „Nach der Kontaktaufnahme zu … gelang es in mehreren Gesprächen folgende Information zu gewinnen: … bestätigte, dass 3 Männer in ihrer Wohnung gewesen seien (in Anwesenheit eines Vertrauten der VP) und über den Mord gesprochen hätten (ohne Details zu nennen). Diese Männer (Namen nannte sie nicht) seien Leute des serbischen Kriminellen … … sei ein brutaler Typ. Er hätte bereits mehrere Menschen umgebracht. Er sei Anführer einer Gruppe.“ (Seite 232 und 233) Zitate von Seite 234 der Akte: „Die bisherigen Recherchen zu den o.g. Personen bestätigen die Angaben von … Es dürfte sich um serbische Schwerkriminelle, Angehörige einer OK-Gruppierung (sog. Sabac-Clan), handeln.“ Ein weiterer Informant, der bei dem Gespräch mit der Serbin anwesend war, gab an: „Der Mann habe dann erzählt, dass bei einer Übergabe in Heilbronn oder Heilbrunn die Polizei aufgetaucht sei. Es sei zu einer Schießerei gekommen. Sie hätten auf die Polizei geschossen.“

Dann wird auf Seite 235 darüber berichtet, welche 6 Personen am 16.10.2009 in Serbien festgenommen wurden und wer noch auf der Flucht ist. Es heißt dann: „Die weitere Vorgehensweise bezüglich der genannten festgenommenen Personen, wie Dakty- und DNA-Erhebungen, ist noch nicht abgeschlossen.“ Am Ende der Seite heißt es lapidar: „Die Ermittlungen wurden nach dem 04.11.2011 eingestellt. Die bisherigen Ermittlungen sind in der Spur 3735 abgelegt.“

Unglaublich – da hat man die Leute und gleicht die DNA nicht mit den sichergestellten Spuren am Tatort ab und stellt einfach nach dem Tod der beiden Uwes bei Eisenach die Ermittlungen ein.

Kein einziges der Phantombilder aus Heilbronn sieht einem der beiden Uwes auch nur annähernd ähnlich. Und ohne einen verwertbaren Beleg dafür, dass einer der Uwes auch nur in der Nähe des Tatortes in Heilbronn gewesen sein könnte, lässt Beate Zschäpe über ihren neuen Anwalt verlesen, dass sie die beiden Polizisten dort niedergeschossen hätten, um an Waffen zu kommen.

Das ist absurd. Denn erstens hatten sie schon genügend Waffen, auch aufgrund entsprechender Versorgung durch einen V-Mann (wie dem Prozess zu entnehmen ist) und zweitens geht man doch als Untergetauchte nicht das Risiko ein, beim Überfall auf Polizisten erwischt zu werden – Pistolen lassen sich viel einfacher aus dem Balkan beschaffen, wie allgemein bekannt ist.

Was Beate Zschäpe zu ihrer Aussage drängt, ist wohl vielmehr ein angebotener Deal von Seiten des Systems, damit dessen Geschichte der Ereignisse nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht.

Nicht ohne Grund haben wohl Insider die Akten geleakt, damit die Wahrheit doch noch ans Licht kommt.

Am interessantesten ist – und das hat bisher wohl noch keiner gemerkt, zumindest ist mir nichts bekannt – dass „Pink Panther“ (zu deutsch: Der rosarote Panther) bereits über zwei Jahre vor dem Auftauchen des angeblichen NSU-Bekennervideos in der Zeugenaussage der Akte der Soko Parkplatz des LKA Baden-Württemberg auftaucht.

Zwei oder drei untergetauchte Nazis können unmöglich vom Inhalt der Aussage Kenntnis gehabt haben, die Akte ist ja jetzt erst in die Öffentlichkeit gelangt.

Wenn man nicht an Zufall glaubt – und das ist in dem Fall sehr unwahrscheinlich – stellt sich die Frage, wer polizeiinternes Wissen in dem Film verarbeitet hat. Auf die drei dafür infrage kommenden Gruppen müsst ihr aber mal selber kommen – nicht, dass es heißt, ich würde jemand Falsches verdächtigen.

Advertisements

From → Texte

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: